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Googleplus – nicht nur ein Hype

Google+

Es gibt derzeit kein anderes Thema als Google+. Ein unglaublicher Hype, der durch die künstliche Verknappung wohl noch von Google angestachelt wurde. Google+ war lange vorhersehbar und doch kam es plötzlich. Der enorme Ansturm auf Google+ macht deutlich, wie groß die Nachfrage (zumindest von Early-Adoptern) nach einer Konkurenz zu Facebook ist.

Auf einmal will keiner mehr Facebook? In der Vergangenheit hat man alle Datenschutzbedenken und die Firmenpolitik von Facebook mangels Konkurenz hingenommen. Wenn jedoch eines der größten IT-Unternehmen der Welt ein soziales Netzwerk ausrollt, ist Konkurenz da – starke Konkurenz. Dies scheint Mark Zuckerberg gar nicht zu gefallen, er fühlt sich wohl dazu gezwungen, „zufällig“ heute mit der Ankündigung: „Nächste Woche startet Facebook etwas Fantastisches“ Aufmerksamkeit zu erhaschen bzw. von Googleplus abzulenken. All dies wahrscheinlich „nur“ wegen einer iPad-App. Zudem gibt es Gerüchte von einem Video-Chat.

Ich konnte seit gestern morgen einen praktischen Einblick in Googleplus gewinnen und möchte meine Erfahrungen darstellen.

Markante Unterschiede zu Facebook

Einseitig hinzufügen – Verbindungen zwischen 2 Personen können einseitig erfolgen, wie auch bei Twitter. Man kann andere hinzufügen, ohne dass diese zurückfolgen müssen.

Freundeskreise – Google+ visualisiert wunderbar mithilfe von „Circles“ den Begriff Freundeskreis. Das leuchtet sofort ein, anders als „Listen“ bei Facebook.  Bevor man etwas postet, MUSS man entscheiden, wer diesen Post sehen soll. Folgende Optionen stehen zur Wahl: eine einzelne Person, ein Circle, mehrere Circles, erweiterte Circles (ähnlich Freundesfreunde) oder öffentlich.

Videokonferenz – Google+ hat eine Videokonferenz-Funktion für bis zu 10 Personen, die ohne extra Software wie z.B. Skype im Browser funktioniert. („Hangout“)

Werbefrei – Bei Google+ gibt es (noch) keine Werbung. Ich vermute auch, dass es in absehbarer Zeit keine Werbung geben wird, da Google mittels g+ lediglich daran interessiert ist, mit Hilfe der sozialen Empfehlungen bessere Suchergebnisse zu liefen, da sonst langfristig Bing (von Microsoft) in der Zusammenarbeit mit Facebook  immer bessere Ergebnisse liefern wird (Micosoft besitzt 1,6 % Anteil an Facebook). Zukünftig wäre mit Google AdSense die Monetarisierungmöglichkeit bereits vorhanden.

Plusen – ist das neue liken. Das passende Verb muss sich noch etablieren, am häufigsten gehört habe ich bisher. Auf Google+ (und auf externen Seiten, die einen Button eingebaut haben) gibt man Sympatie in Form von einem +1.

Sexy – optisch empfinde ich Googleplus als einen Augenschmaus. Sehr detailverliebt, sehr modern und sehr reduziert auf das Wesentliche. Dagegen wirkt Facebook unübersichtlich, selbst für mich, obwohl ich mich wirklich als Facebookexperte bezeichnen würde. Ich kann mir vorstellen, wie sich ein Facebookneuling fühlt.

Schnell – Google+ kommt mir unglaublich schnell vor. Dies kann daran liegen, dass es sich noch um eine geschlossene Beta handelt, oder Google hat einfach die besseren Server.

Die große Google Welt

Für jeden der bereits einen Google-Account hat, ist die Hürde sehr gering, bei g+ teilzunehmen. Jeder, der einen YouTube-Account, Googlemail-Account, Picasa-Account oder whatever besitzt, ist theoretisch schon drin und wer erst mal drin ist, hat jederzeit oben in der (neuerdings passenden) dunkelgrauen Leiste Zugriff zu Googleplus und wird so auch über Neuigkeiten benachrichtigt.

Dank Android, das inzwischen das meistverkaufte Handybetriebssystem ist (es werden täglich 500.000 (!) neue Android-Geräte aktiviert), gibt es eine perfekte mobile Schnittstelle zu Googleplus.

Fazit

Auf lange Sicht werden sich die Nutzer entscheiden, Facebook und Googleplus werden nicht dauerhaft koexistieren können, da die Nutzer wohl nicht alles doppelt posten werden.

Google Plus kann es schaffen, Facebook nach und nach etwas vom Kuchen wegzunehmen. Die größte Hürde könnte schlicht die Trägheit des Mainstreams sein, die man nicht unterschätzen sollte. Und Zuckerberg wird sich auch nicht im Keller einsperren und Däumchen drehen (im August ist wieder die große Facebook Konferenz).

Nun existiert (endlich) ein ernst zu nehmender Konkurrent für Facebook und Gewinner dabei dürfte in jedem Fall der Nutzer sein.

Mein Profil bei Google+

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Googleplus Invites zu vergeben

  2. Guter Artikel… Der Mainstream ging ja auch recht schnell von MySpace zu StudiVz zu Facebook.. Aber natürlich auch zu VHS anstatt zu Video2000.. Bin sehr gespannt wie sich das entwickelt.

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  3. Schöner Artikel!
    StudiVZ hatte aber auch konzeptionell starke Schwächen (nur für Studenten, Verwirrung mit meinVZ, kostenpflichtige Firmenprofile, …) und bietete keine technische Innovation und Weiterentwicklung. Daher fiel der Wechsel zu FB leicht. Außerdem waren noch nicht Alle in StudiVZ angemeldet. Aber wer heute noch nicht bei FB angemeldet ist, wird sich auch nicht bei Google+ anmelden. FB hat damit mittlerweile alle Nutzer erreicht und hat damit natürlich eine derzeit unerschütterliche Marktstellung – die höchstens langfristig angegriffen werden kann.

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  4. Pingback: Was das Verbot von Facebook-Partys mit Social Media Personalmarketing zu tun hat « personalmarketing | employer branding | social media – kritisch hinterfragt | personalmarketing2null

  5. Wer meint, der Nutzer wäre bei 'sozialen' Netzwerken der Gewinner, sollte sich einmal genauer mit den Geschäftsmodellen besagter Unternehmen befassen. Unfassbar, wieviele Menschen auch noch ganz wild drauf sind, ihre geldwerten Daten einem abzusehenden Missbrauch auszuliefern.

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  6. Bisher hat es mich noch nicht wirklich überzeugt, was auch daran liegen mag, dass sich auch bei mir FB mittlerweile zu sehr etabliert hat. Und für Infos von nicht-Freunden habe ich Twitter, da brauche ich nicht G+ mit seiner "nur-folgen-Funktion". Mit dem neuen Chat hat FB wirklich gepunktet – werde meinen Account bei G+ zwar immer wieder mal pflegen, aber so lange sich das nicht wirklich etabliert hat, fokussiere ich mich weiterhin auf FB. Zudem wirkt mir G+ noch etwas zu elitär, auch wenn es Vorteile hat, wird es nie eine Masse wie FB ansprechen, denke ich. Aber wie heißt es so schön? Abwarten und Tee trinken. :)

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  7. schaut man sich auf g+ um, wirkt es so als würde g+ eine andere zielgruppe haben als fb: erwachsener, stylisher ist der kunde. wo man bei fb arbeitslose, pädos und teenies vermutet, findet man bei g+ (noch) nicht so viele fake konten und gestalten, die ihr sozialleben nur asozial von der couch aus betreiben.

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